Best of Musical Gala 2010
Die Musical Gala auf ihrer Tour im Velodrom Berlin
Best of Musical Gala – Termine und Tickets
Auf ihrer Tournee durch zwölf Städte Deutschlands machte die „Best of Musical Gala 2010“ vom 9. bis 11. Februar Station in Berlin. 3500 Zuschauer feierten im Velodrom eine begeisternde Show, vor allem natürlich die acht Top-Solisten, die 16 Tänzerinnen und Tänzer, umrahmt von einem 20köpfigen Live-Orchester und einer faszinierenden Lichtshow.

Das Ensemble der Best of Musical Gala 2010, ©by Max Kohr
Für Zuschauer, die viele oder einige der Musicals noch nicht in der Originalfassung gesehen haben oder ohne besondere Ansprüche einen musikalisch unterhaltsamen Abend genießen möchten, ist die Gala unbestritten ein Genuss. Musicalkenner und –fans, die die Originalmusicals kennen und lieben, müssen hingegen an einigen Stellen Abstriche beim Bühnenbild, veränderte Choreographien und weniger angenehme Überraschungen beim Anblick einiger Ausstattungsteile und Kostüme hinnehmen. Dafür erleben sie ein Wiedersehen mit ihren Top-Stars aus den Originalproduktionen.
Der I. Akt steht unter dem Motto „Unvergessene Musical-Hits – eine musikalische Reise durch die Zeit“ und ist überraschenderweise stärker als der II. Akt mit den „Aktuellen Musical-Hits – das Beste von unseren Bühnen“.
Die Show beginnt mit „Lass den Zauber entsteh’n“ aus dem Musical „Pippin“. Die Solisten und das Ensemble betraten gruppenweise in phantasievollen, in schwarz und weiß gehaltenen Kostümen die Bühne. Pia Douwes wurde durch den Mittelgang über die Treppe auf die Bühne getragen. Zu Recht, denn sie ist eindeutig der Star der Show und sticht sofort heraus, sobald sie nur die Bühne betritt: mit ihrer unglaublichen Bühnenpräsenz, ihrer kraftvollen, jeden Ton in jeder Höhe und Länge meisternden Stimme, ihren eleganten, immer auf den Punkt perfekten Bewegungen, ihrem Lächeln und den warmen, zu jeder Zeit mit dem Publikum kommunizierenden Blicken.
Am Ende des Liedes kamen die Solisten über die Mitteltreppe in den Zuschauerraum und begrüßten das Publikum in den ersten Reihen persönlich: „Guten Abend, schön, dass Sie da sind, genießen Sie mit uns gemeinsam diese Gala, mein Name ist…“. Eine sehr schöne, Verbindung und Nähe schaffende Geste.

Elisabeth Hübert, Pia Douwes und Willemijn Verkaik, “Chicago”
Foto: Stage Entertainment/Morris Mac Matzen
Im beeindruckend interpretierten “Zellenblocktango” aus “Chicago” glänzten danach Pia Douwes, Ana Milva Gomes, Elisabeth Hübert und Willemijn Verkaik, unterstützt vom Ensemble.

Pia Douwes in „Chicago“
Foto: Stage Entertainment/Morris Mac Matzen
Ebenfalls aus dem Musical „Chicago“ folgte „Heutzutag’“, gesungen von Pia Douwes und einer jungen, frischen und ebenfalls mit fabelhafter Stimme gesegneten Elisabeth Hübert.
„Cool“, beschwor nun Mark Seibert vor allem mit atemberaubendem Schauspiel Anton Zetterholm und das Herren-Ensemble und eröffnete damit den Block aus „West Side Story“,

“Maria“ aus „West Side Story“, interpretiert von Patrick Stanke
Foto: Stage Entertainment/Morris Mac Matzen
gefolgt von „Maria“, gesungen von Patrick Stanke auf in blaues Licht getauchter Bühne, und „America“, das Ana Milva Gomes und Willemijn Verkaik gesanglich und schauspielerisch stimmungsvoll interpretierten.

Patrick Stanke bringt die Halle zum Kochen
Foto: Stage Entertainment/Morris Mac Matzen
Patrick Stanke leitete zu “Buddy” mit „Chantilly Lace“ über und brachte das Berliner Publikum in Bewegung. Aufstehen, Rufen, Mitsingen, auf dem Sitz mitrocken war nicht nur erlaubt, sondern erwünscht. Und das Publikum ließ sich nicht lange bitten. Der Rock’n’Roll fuhr selbst in den Musikalischen Leiter, der kaum zu halten war und sein Orchester noch mehr antrieb.

Anton Zetterholm als „Buddy“
Foto: Stage Entertainment/Morris Mac Matzen
Als “Buddy Holly” war Anton Zetterholm kaum wiederzuerkennen. Mit „Peggy Sue“/“Oh Boy“ rockte er das Publikum nicht minder. Vor der Bühne tanzte das Ensemble und schnappte sich den einen oder anderen aus den Reihen der begeisterten Zuschauer zum Mittanzen.
Den Titelsong aus „Sunset Boulevard“ interpretierte nun Mark Seibert. „Interpretieren“ ist genau der richtige Ausdruck für die „Fünf-Sterne-Klasse“ in Gesang, Mimik, Schauspiel und Ausdruck. Der vom Publikum hoch geschätzte und exzellente Sänger zog die Arena komplett in seinen Bann. Während der Tourneestation in Berlin wurde bekannt, dass „Sunset Boulevard“ endlich wieder auf einer deutschen Bühne zu sehen sein wird – Musicalbegeisterte sollten sich das Stück ab November im Theater Magdeburg nicht entgehen lassen.
Wer nicht schon Gänsehaut hatte, bekam sie spätestens jetzt, als auf in Rot getauchter Treppe, die sich als Projektion im Bühnenhintergrund fortsetzte, Pia Douwes als „Norma Desmond“ fast schon überirdisch „Nur ein Blick“ sang. Man wagte kaum zu atmen und kämpfte schon nach ein paar Sekunden um Bannung der aufsteigenden Tränen.
„Willkommen in den Sixties“ hieß es nun mit Patrick Stanke als „Edna“ und Elisabeth Hübert als „Tracy“ plus Ensemble. Die Stimmung auf der Bühne und im Saal musste sich hinter dem Kölner „Hairspray“-Publikum im Musical Dome absolut nicht verstecken. Beim folgenden „Niemand stoppt den Beat“, bei dem Anton Zetterholm den „Link Larkin“ gab und Ana Milva Gomes „Motormouth Maybelle“ übernahm, konnte auch die Zuschauer niemand stoppen. Schreie, Pfiffe und selbstverständlich enthusiastischer Applaus hallten durch das Velodrom.
„Do you love me?“ mit Willemijn Verkaik und DMJ eröffnete nun „Dirty Dancing“.

Anton Zetterholm mit „In the still of the night“
©Frank Straub
“In the still of the night” sang Anton Zetterholm, auf der Treppe zum Zuschauerraum sitzend, bevor ein weiteres Highlight folgte: András Simonffy und Taryn Nelson tanzten zu „(I’ve had the) Time of my life“.

Romantik und Perfektion: “Dirty Dancing”
©Frank Straub

András Simonffy mit seiner Partnerin Taryn Nelson
©Frank Straub

Strahlend und ausdrucksstark: das „Dirty-Dancing“-Paar
©Frank Straub
András Simonffy, vor allem aus dem Ensemble von „Tanz der Vampire“ bekannt, sticht in nahezu jeder Szene der Gala ins Auge – ein erstklassiger, exakter und dennoch geschmeidiger Tänzer mit ausnehmend sympathischer Ausstrahlung. In den „Dirty Dancing“-Parts begeisterte er ebenso wie seine Tanzpartnerin das Publikum. Genau diesen „Johnny“ wünscht man sich nach Berlin ins Theater am Potsdamer Platz.

Perfekte 360-Grad-Hebefigur: András Simonffy und Taryn Nelson
©Frank Straub

Elisabeth Hübert und Ensemble bei „Yes“ aus „Dirty Dancing“
©Frank Straub
Mit „Yes“ bewies zum Abschluss des Blocks Elisabeth Hübert ihr Temperament und ihre Wandlungsfähigkeit.
„We will rock you“ beendete den I. Akt. Als „Killer Queen“ im Ledermantel rockte Willemijn Verkaik, ließ ein gefährliches, böses Lachen hören und näherte sich bedrohlich dem Musikalischen Leiter, der spontan reagierte, den Spaß mitmachte und beide Hände hob.

DMJ und Willemijn Verkaik will rock you
©Frank Straub
Bevor der Titelsong die Halle erbeben ließ, sangen Willemijn Verkaik und DMJ „I want it all“.
Nach dem Entr’acte mit einer interessanten Komposition aus verschiedenenen Musical-Melodien begann der II. Akt, „Aktuelle Musical-Hits“, mit Ausschnitten aus dem „Schuh des Manitu“. Während Fans des Stückes ihren Augen angesichts der „Schoschonen“-Choreographie und –Kostüme kaum trauten, waren diejenigen, die das Musical noch nicht kannten, begeistert. „Wieder mal am Marterpfahl“ sang der Original-„Ranger“ Mark Seibert im Duett mit Anton Zetterholm. Letzterer bemühte sich, die unvergleichliche Mimik von Mathias Schlung möglichst originalgetreu nachzugestalten. Dies sowie der Nachbau des Präriehundes und der Wolfs-Puppen sind nicht sonderlich gut gelungen. Die meisten Zuschauer amüsierten sich trotzdem.
Mit „Jagd der Löwinnen“ und „Schattenland“ aus dem Musical „Der König der Löwen“ wurde die Gala fortgesetzt. Vor allem für diese Szenen war die Bühne etwas zu groß, und die Darsteller wirkten darauf etwas verloren. Dafür waren die Lichteffekte, die farbenprächtigen Spots und DMJs Gesang und Darstellung von „Er lebt in dir“ beeindruckend.
Für den Block „Ich war noch niemals in New York“ wurden die Bullaugen des Kreuzfahrtschiffes auf die rückwärtige Bühne projiziert, was nicht nur einen prächtigen Anblick bot, sondern die Zuschauer sogleich in die Stimmung dieses Musicals versetzte.

Pia Douwes und Mark Seibert in „Ich war noch niemals in New York
©Eventpress Radke
„Alles im Griff“ und „Ich weiß, was ich will“ wurden von Pia Douwes, Mark Seibert und dem Ensemble nicht ohne Charme, Witz und Augenzwinkern präsentiert. Auf der Bühne zwei ausgewiesene Musical-Größen mit exzellenten Stimmen, im Saal mitschunkelnde Zuschauer zu Udo-Jürgens-Liedern – das ist Geschmackssache, doch für Musicalfans mehr als gewöhnungsbedürftig. Hier kennt die “Witzischkeit” doch noch Grenzen.
Mit grünen Lichtspots auf der rückwärtigen Bühne wurde nun der „Tarzan“-Dschungel (etwas zu simpel) angedeutet. Auf „Dir gehört mein Herz“, hervorragend gesungen von Ana Milva Gomes, folgte das Original-„Tarzan“-Paar Elisabeth Hübert und Anton Zetterholm mit „Auf diesen Tag hab’ ich gewartet“, „Unbekannt“ und „Fremde wie ich“.

Pia Douwes mit ihrem Solo aus „Brooklyn“
Foto: Stage Entertainment/Morris Mac Matzen
Pia Douwes erschien in einem Traum-Kleid auf der Bühne und sang „Once upon a time“ aus dem Broadway-Musical „Brooklyn“, bevor „Tanz durch die Welt“ mit Mark Seibert, Willemijn Verkaik, Elisabeth Hübert und Ensemble zu „Wicked“ überleitete. „Solang ich dich hab’“ ließ das (ehemalige) „Wicked“-Traumpaar Willemijn Verkaik und Mark Seibert wieder auferstehen – man wähnte sich mitten in der Vorstellung im Palladium in Stuttgart. Auch „Frei und schwerelos“ war für Willemijn Verkaik ein Heimspiel, und auch Elisabeth Hübert war eine würdige „Glinda“.

Pia Douwes in „Sister Act“, ©Frank Straub
Mit „Spread the love around“ zeigten die Protagonisten und das Ensemble einen Vorgeschmack auf “Sister Act”, das ab Herbst auf die Bühne des TUI Operettenhauses Hamburg gebracht und – nach dem hier vorgestellten Final-Song zu urteilen – für exzellente Unterhaltung sorgen wird.

Patrick Stanke beim Finale „Hinterm Horizont“
©Frank Straub
Nach jubelndem Applaus für eine mehr als zweistündige unterhaltsame Show sangen die „Best of Musical Gala“-Solisten als Zugabe den Lindenberg-Song „Hinterm Horizont“. Das gleichnamige Musical wird am 9. November 2010 im Berliner Theater am Potsdamer Platz Premiere feiern.

Stimmgewaltig: Willemijn Verkaik beim Finale
©Frank Straub
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Weitere visuelle Eindrücke von der Best of Musical Gala 2010 in Berlin auf unserer Partnerseite buehnenfotos.de.
Autor des Artikels: Susanne Gröschke

Am 14. Februar 2010 um 12:28 Uhr
wahhhhh wiieee toll =)
ich freu mich schon so auf in 2 wochen, wenn ich selber da vergnügen habe, in einer wundervoll show zu sitzen !!!!
danke für den tollen bericht !!!
Am 9. März 2010 um 11:52 Uhr
[…] nicht nur auf der Bühne, sondern saß auch im Zuschauerraum: Neben den Protagonisten der Best of Musical Gala waren unter den Premierengästen unter anderem Uwe Kröger, Roberta Valentini, Sabrina […]