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Musical Chicago in Berlin

David Garrett Open Air Berlin Wuhlheide 2010

„Rock Symphonies“ – Generalprobe am 7. Juni und Konzert am 8. Juni 2010 begeisterten Berlin

„And now to Greece. Not the musical (Grease, d.R.), but the country.“ Mit diesen Worten leitete Stargeiger David Garrett bei der Generalprobe zu seinem Berliner Open Air Konzert am 7. Juni 2010 im letzten Drittel zu “Zorba’s Dance” über. Doch auch Queen wurden nicht vergessen – ganz nach dem Motto „We will rock you“ zelebrierte Garrett Queens „Bicycle Race“ mit Orchester und Band, dessen Schlagzeuger Jeff Lipstein außerdem in „Spring Awakening“ am Broadway mitwirkte. Gute Gründe also, von David Garretts Generalprobe zum Open Air „Rock Symphonies“ Berlin zu berichten, zumal er auf seiner CD „Virtuoso“ (2007) auch eine kaum zu übertreffende Version von „Somewhere“ aus der „West Side Story“ interpretiert.

David Garrett Rock Symphonies
David Garrett, ©Philipp Mueller

Der Abend vor seinem eigentlichen Konzert am nächsten Tag war für das Publikum ein Highlight in mehrfacher Hinsicht: 1500 Garrett-Fans bekamen die Möglichkeit, die Generalprobe mitzuerleben – ein sehr besonderes, fast intimes Konzert, wenn auch unter freiem Himmel. Gewöhnlich spielt David Garrett in riesigen Hallen vor mehreren zehntausend Zuschauern auf der ganzen Welt. Inmitten eines kleinen Parkett-Halbrundes ist es aber ein einzigartiges, wohl kaum je wiederholbares Erlebnis, den Superstar in kleinem Kreis aus nächster Nähe zu erleben – zudem zu einem mehr als moderaten Eintrittspreis, den David Garrett und DEAG Classics für die Fans möglich machten.

Zum anderen wurde auch dieser Abend wie das Konzert am 8. Juni aufgezeichnet – für das ZDF, das eine einstündige Sendung mit den Highlights am Freitag, 9. Juli 2010 um 22:15 ausstrahlt, vorrangig aber für den amerikanischen Sender PBS sowie für eine DVD, die im Herbst 2010 in den Handel kommen wird. David Garrett, der wie gewohnt seine Stücke selbst anmoderiert und mit persönlichen Geschichten verbindet, sprach daher Englisch, was aber für das Berliner Publikum keine Hürde darstellte und das Greece-Grease-Wortspiel überhaupt erst möglich machte.

Begleitet von der Neuen Philharmonie Frankfurt und seiner Band spielte David Garrett in selbst für Fans immer wieder bewundernswerten Virtuosität und Perfektion, dabei mit cooler Lässigkeit, absoluter Professionalität und bekannter Lockerheit. Man sah die Musik geradezu durch seinen Körper fließen, über die Schultern hinein in die Fingerspitzen, bevor er sie seinem Instrument entlockte und ins Publikum entließ. Dreizehn Noten pro Sekunde, dabei perfekt, exakt und mit Leichtigkeit – so schnell, wie Garrett sie spielt, kann das Publikum die Töne nicht einmal denken.

Tradition und Moderne mit hohem Qualitätsanspruch

Unter den Stücken waren sowohl bereits von seinen CDs bekannte als auch neue, die extra von ihm neu arrangiert wurden. „Viel Zeit und Geduld habe ich in die einzelnen Songs investiert, mein ganzes Herzblut hängt daran“, schreibt er im Vorwort zum Programmheft. Zwei Jahre lang arbeitete er daran, das Besondere und Einzigartige jedes Stückes in einem neuen Arrangement umzusetzen. Und das ist ihm hervorragend gelungen. Man sieht und spürt sein „Herzblut“ bei jedem einzelnen Titel. Deshalb war auch das gesamte Probenkonzert ein Highlight – ob Klassik, ob Rock, ob Filmmusik. Dennoch seien seine Arrangements und Interpretationen von Griegs „In der Halle des Bergkönigs“, AC/DCs „Thunderstruck“ und das Thema des Films „Mission Impossible“ hier besonders hervorgehoben. Bei letzterem schlug Garrett mit an einem Bein befestigten Schellen den Grundtakt mit, während er quasi nebenbei mühelos auf der Violine das Thema spielte.

David Garrett
©Uli Weber

Professionalität und sympathische Nonchalance

Eine weitere Besonderheit dieses Abends war, dass das Publikum kein durchgestyltes, perfekt funktionierendes Konzert sah, sondern auch all das hautnah miterlebte, was eine Probe, zumal mit Fernseh- und Videoproduktion ausmacht: Frisuren zerzausender Wind, eine in zu wenig Textil vor Kälte zitternde ZDF-Moderatorin, Moderations-Wiederholungen, klemmende bis gar nicht funktionierende Mikrofone, fehlende Handtücher und Wasserflaschen, Dialoge mit einem unsichtbaren Regisseur und andere produktionstechnisch bedingte Geheimnisse und Widrigkeiten. Schließlich auch An- und Abmoderationen samt frenetischem Beifall des Publikums, obwohl das Stück gar nicht gespielt wurde.

Trotz der Befürchtung, „dass die uns hier gleich den Strom abdrehen“, kämpfte David Garrett im letzten Drittel des Abends gegen die immer weiter fortschreitende Zeit. „Wenn ich das Stück ansage, dann will ich es auch spielen!“, trotzte er dem Regisseur. Dennoch musste er letztlich auf ein, zwei Titel verzichten – aber Moderation und Beifall wurden für PBS gebraucht. Und so machte er das Publikum mit einem Lächeln, einem bittenden „Please!“ zu seinem Verbündeten. Noch einmal End-Beifall letzter Titel, Moderation, Bogen ansetzen, Bogen absetzen, jubelnder Applaus – ein von Garrett verzücktes Publikum muss sich nicht lange bitten lassen, sondern springt ihm und den Musikern zur Rettung der Aufzeichnung auch auf ein Fingerschnippen hin bei.

„Mehr Pop-Cover! Weniger klassische Arrangements! Weniger Worte!“ schreibt der Berliner „Tagesspiegel“ in einer auch ansonsten sehr fragwürdigen Konzertkritik. – Um Himmelswillen! Nein!, möchte man da ausrufen. Garretts Zuhörer wollen von ihm selbst wissen, was er spielt und warum, was er persönlich mit den Stücken verbindet, an welchen sein Herz besonders hängt. In einem der Kommentare zum Artikel wünscht sich eine Leserin dann auch genau das, was vermutlich über 99 Prozent seiner Fans denken: „Weiterhin Pop-Cover, weiterhin klassische Arrangements, weiterhin Zwischenkommentare und keine ungerechtfertigten Kritiken mehr!“ Von einem Konzert ohne jegliche Kommunikation mit dem Publikum hat man spätestens seit September 1987 genug, als der (bis dahin) legendäre Bob Dylan im Treptower Park mit Sonnenbrille trotz Dunkelheit und gelangweilter Miene sein Programm herunternuschelte, kein einziges Wort an die immerhin 100 000 erwartungsvollen Menschen richtete und nach dem letzten Titel grußlos verschwand.

David Garrett und das Orchester sowie Band und Gäste hingegen hinterließen in Berlin komplett verzückte, geradezu beseelte und glückliche Klassik- und/oder Rock-Fans aller Altersgruppen mit wund geklatschen Händen und heiseren Kehlen – alle um ein großartiges, denkwürdiges und unwiederbringliches Erlebnis reicher.

Zahlreiche hochklassige Fotos von diesem Konzert sind hier sowie hier im offiziellen David-Garrett-Forum veröffentlicht.

Rock-Symphonies Wuhlheide Open Air 2010
7. und 8. Juni 2010, Berlin Wuhlheide

David Garrett, Violine

Orchester:
Neue Philharmonie Frankfurt
unter Leitung von Franck van der Heijden

Band:
John Haywood – Keyboard/Klavier
Jeff Lipstein – Schlagzeug
Jeff Allen – Bass
Marcus Wolf – Gitarre

Gast:
Orianthi, Gitarre (7. und 8. Juni 2010)

Teil 1

Kashmir (Led Zeppelin)
Hungarian Dance No. 5 (Johannes Brahms)
He’s A Pirate (Theme from “Pirates of the carribean”)
Live And Let Die (Paul Mc Cartney)
Serenade (Franz Schubert)
Navarra (Pablo de Sarasate)
Smells Like Teen Spirit (Nirvana)
Czardás (Vittorio Monti)
Duelling Banjos (Theme from “Deliverance”)
November Rain (Guns N’ Roses)
Mission Impossible (Theme from “Mission Impossible”)
Walk This Way (Aerosmith)
Medley und Smooth Criminal (Michael Jackson)

Teil 2

Child’s Anthem (Toto)
Vocalise (Sergej Rachmaninow)
Summer (3. Satz von “L’Estate” aus “Le quattro stagioni”, Antonio Vivaldi)
Peer Gynt Suite (Suite Nr. 1, “In der Halle des Bergkönigs”, Edvard Grieg)
Adagio (Tomaso Albinoni)
Bicycle Race (Queen)
Zorba’s Dance (Theme from “Zorba the greek”, K.: Mikis Theodorakis)
Humoresque (Antonin Dvorak)
( Little Wing (Jimi Hendrix) )
Asturias (Isaac Albéniz)
Master Of Puppets (Metallica)
I’ll Stand By You (The Pretenders)
Rocking All Over The World (Status Quo)
Thunderstruck (AC/DC)

Termine:

9. Juli 2010, 22:15, ZDF – Sommernachtsmusik mit David Garrett
Highlights aus der Generalprobe vom 7. Juni und dem Konzert vom 8. Juni 2010
Moderation: Eva-Maria Grein
Regie: Frank Hof

27. Juni 2010, 22:15, WDR – Wiederholung der Sendung „Zimmer frei“ vom 11. Januar 2009 mit David Garrett

10. Juli 2010 , 15:03 – 15:30, ARD, Wiederholung der Sendung “David Garrett – Höchstpersönlich”, vom 5. Dezember 2009

Herbst 2010 – Erscheinungstermin der Live-DVD bei DEAG Music vom Open Air Konzert Berlin 2010


Tour David Garrett „Live in Concert 2010“ ab Herbst in Deutschland, Österreich und der Schweiz


Tour David Garrett „Crossover Tour 2011“

Empfohlene Veröffentlichungen:

David Garrett – CD Virtuoso (2007)

David Garrett – CD Encore (2008)

David Garrett – CD Classic Romance (2009)

DVD David Garrett Live – In Concert & in Private (2009)

Empfohlene Links:

www.david-garrett.com

www.deag.de

Update 21. Juli 2010

David Garrett erhält den Echo Klassik 2010 der Deutschen Phono-Akademie für den Spitzenplatz seiner CD „Classic Romance“ als „Bestseller des Jahres“. Die Preisverleihung findet am 17. Oktober 2010 in der Essener Philharmonie statt. Die Veranstaltung wird von Thomas Gottschalk moderiert und im Fernsehen übertragen.

Insgesamt werden 61 Preise in 21 Kategorien verliehen. Unter den Geehrten sind neben David Garrett auch der chinesische Pianist Lang Lang und der Dirigent Paavo Järvi.

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Autor des Artikels: Susanne Gröschke

Eine Reaktion zu “David Garrett Open Air Berlin Wuhlheide 2010”

  1. Valentina Aurora

    Liebe Susanne Gröschke!

    Vielen herzlichen Dank für diesen hervorragenden Artikel!
    Ich war auch dabei und Ihre Worte sprechen mir direkt aus der Seele…

    Viele liebe Grüße und die besten
    Wünsche für Sie…

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