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Musical Chicago in Berlin

Tarte, Kevin

Kevin Tarte wuchs in Seattle auf. Er studierte u.a. Theatergeschichte und Bühnendesign sowie später klassischen Gesang an der renommierten Eastman School of Music, Rochester, NY und der Music Academy of the West, Santa Barbara. Der lyrische Bariton/Tenor ist jedoch seit über 20 Jahren hauptsächlich auf europäischen Bühnen von Wien über Stuttgart und Hamburg zu Hause.

Das deutsche Publikum kennt ihn vor allem durch seine Rollen in Musicals wie Cats (Hamburg), Die Schöne und das Biest (Wien und Stuttgart), Tanz der Vampire (Stuttgart, Hamburg, Oberhausen, nochmals Stuttgart, Berlin), 42nd Street (Stuttgart), Drei Musketiere (Stuttgart) und Titanic (Magdeburg).

Weiterhin gehören neben Opern und Operetten auch Jazz und Swing zum Repertoire des Künstlers. Das sogenannte American Songbook erweckte er zu neuem Leben.

Auf Konzerten und Galaveranstaltungen stellt er sein Können in der Interpretation von Jazz und Swing unter Beweis. Auf seiner im Herbst 2008 erschienenen Maxi CD Jump sind einige dieser Interpretationen zu hören. Mit der Lumberjack Bigband interpretiert Kevin Tarte auf der CD außer dem Titelstück „Jump“ eindrucksvoll „Feeling Good“, „You are the sunshine of my life“, „Save the last dance“ und „Let me try again“.

Derzeit steht Kevin Tarte nach Stuttgart, Hamburg und Oberhausen erstmals in Berlin mit dem Musical „Tanz der Vampire“ auf der Bühne des Theaters des Westens und begeistert in seiner Paraderolle als Graf von Krolock.

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Interview mit Kevin Tarte zu seiner Rolle als Graf von Krolock im Musical „Tanz der Vampire“ in Oberhausen
29. September 2008
© Susanne Gröschke

Sie spielen im Musical Tanz der Vampire, das ab 7. November 2008 in Oberhausen zu sehen sein wird, die Hauptrolle, den Grafen von Krolock. Sie haben die Rolle bereits früher, in Stuttgart und Hamburg, gespielt. Andere Darsteller haben den Vampir-Grafen ebenfalls verkörpert und sehr unterschiedlich interpretiert. Wie sehen Sie diese Figur, und warum spielen Sie die Rolle auf diese, Ihre Art?

Kevin Tarte:
Ich denke, das Entscheidende ist: Ich habe von Anfang an meinen eigenen Weg gefunden, diese Rolle zu interpretieren und damit neben sehr viel Freude auch viel Erfolg gehabt. Ich glaube, diese Figur ist für mich wie eine Zusammenstellung von vielen Dingen aus meinem Leben. Ich habe ein sehr großes Interesse an Geschichte, sehe gern historische Filme und lese gern Bücher über starke Charaktere. Und der Graf von Krolock ist sicherlich eine von diesen starken Figuren. Dazu kommt noch diese wirklich tolle Gesangsrolle in Kombination mit einer starken Komposition, bombastischen Orchesterfarben, großartigen Kulissen und Kostümen bis hin zur perfekten Maske – das ist insgesamt einfach eine irrsinnig tolle Atmosphäre, die mich auf der Bühne beeinflusst.

Seit Januar 2006 hat Ihr Graf von Krolock nun „Urlaub in der Gruft“ gemacht. Wenn er 2008 in Oberhausen wieder aufersteht – werden wir einen wohlbekannten, vertrauten Grafen von Krolock erleben, oder wird er sich verändert haben?

Kevin Tarte:
Zum Teil, ja. Natürlich bin schon noch ich, ist „mein Graf“ wieder da. Aber ich freue mich auch sehr darauf, diese Rolle jetzt wieder neu zu entdecken. Es ist nicht so, dass ich alles umstoßen und neu interpretieren will. Aber ich persönlich habe ja auch vieles erlebt in den letzten zwei Jahren, ich habe neue Erfahrungen gemacht und mich weiterentwickelt. Ich war zum Beispiel im historischen Sachsen unterwegs und habe mir auch viele Schlösser in Frankreich angesehen. Es wird also auch Neues hinzukommen – vieles, von dem ich glaube, dass es in kleinen Details, in Stimmfarben und kleinen Gesten, zum Ausdruck kommen wird. Und ich freue mich darauf, das jetzt zu entdecken – in der Zeit der Proben und sicherlich auch später in den Vorstellungen. Also – es wird spannend.

Sie spielen diese Rolle alternierend mit Jan Ammann. Wie nähern sich beide Krolocks in ihrem Rollenverständnis an? Wird es vielleicht gemeinsame Proben geben, bei denen zwei Grafen zeitgleich auf der Bühne stehen und sich aufeinander einstellen?

Kevin Tarte:
Nein, das glaube ich nicht. Ich beginne erst etwas später mit den Proben. Jan Ammann ist jetzt im Moment voll dabei, und er hat jetzt Gelegenheit, die Rolle zu entdecken, eigentlich eher: die Figur zu entdecken. Wenn ich dann nach Oberhausen komme, werde ich sicherlich allein proben und mit „Sarah“ und dem Ensemble. Darauf freue ich mich sehr. Jan Ammann ist in erster Linie ein wunderbarer Mensch und noch dazu ein sehr guter Sänger und Darsteller, und er ist ja auch eine stattliche Erscheinung. Ich denke, er wird die Rolle toll anlegen. Ich freue mich darauf, mit ihm zu arbeiten. Wir werden bestimmt in den nächsten Monaten auch sehr viel über die Rolle diskutieren, auch zusammen lachen und unseren Spaß haben – aber gemeinsam proben, nein, das wahrscheinlich nicht.

Was tun Sie unmittelbar vor der Show, um sich in die Rolle einzufühlen? In Garderobe und Maske unterhalten Sie sich doch sicher mit dem einen oder anderen Kollegen über alltägliche Dinge. Was müssen Sie tun, um Minuten später zum Grafen von Krolock zu werden?

Kevin Tarte:
Wir sind eine sehr lange Zeit in der Maske, der ganze Schminkprozess ist sehr aufwendig und dauert lange. Meine Hände schminke ich immer selbst, und dann wird mein Gesicht verwandelt. In dieser Zeit sind meine Augen geschlossen, und meistens entspanne ich mich dann für zehn Minuten. Wenn ich die Augen wieder öffne, dann sehe ich im Spiegel dieses veränderte Gesicht. Dann wird die Perücke aufgesetzt, die Nägel werden aufgeklebt und das Kostüm angezogen. Und in diesem ganzen Prozess beginnt das schon, dass langsam der Graf aufersteht. Kurz vor dem Auftritt mache ich dann noch eine kleine Meditationsübung. Die Technik habe ich von einer brasilianischen Schamanin gelernt. Das geht ziemlich schnell und ist sehr effektiv. Und dann fühle ich mit einem Mal von oben bis unten, von Kopf bis Fuß diese Energie in mich hinein strömen. Ja, und dann steht er da, der Graf – and he is ready to go.

Wie können Sie auf der Bühne Ihre Augen so kalt und erstarrt, so „untot“ wirken lassen? Ist das nur ein durch Maske und Beleuchtung hervorgerufener Effekt, oder müssen Sie etwas Bestimmtes dafür tun?

Kevin Tarte:
Nein, ich glaube, es liegt eher nicht daran. Meine Lehrer und viele gute Coaches, die ich über die Jahre gehabt habe, sagen, man muss zuerst die Grundlagen beherrschen, also die Gesangstechnik und den Körper. Dann aber beginnt die Stimme über die Augen zu singen. Und es ist immer mein Ziel, dass ich, wenn ich die Vorarbeit getan habe und beherrsche, völlig loslassen kann. Dann steht auf der Bühne durch meine Augen, meine Körpersprache und meine Gesten die Figur des Grafen von Krolock im Vordergrund, und Kevin Tarte ist sehr weit entfernt.

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Quelle für den folgenden Artikel:
Deutschlandradio Programmheft Februar 2009

Edgar Allan Poe Musical

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Autor des Artikels: Susanne Gröschke