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Musical Chicago in Berlin

Glee – Die Synchronisation

Interview mit Oliver Feld, Dialogbuch-Autor und Synchron-Regisseur von „Glee“
©Super RTL

Glee

Seit kurzem übersetzen Sie die US-amerikanische Erfolgsserie „Glee“ ins Deutsche. Wie gefällt Ihnen „Glee“? Kannten Sie die Serie bereits in der englischsprachigen Originalversion?

„Glee“ als Mischung aus Komödie und Drama, Musical und Show ist für mich ein persönlicher Volltreffer. Hier ist alles drin, was das Leben ausmacht. Es berührt und begeistert. Ich bin „hin und weg“.

Da ich ein Musical-Fanatiker bin, hatte ich natürlich schon von „Glee“ gehört, aber bis ich durch die ARENA SYNCHRON das erste Bildmaterial bekam, hatte ich noch nichts davon gesehen. Ich war sofort begeistert von der Idee und der Umsetzung. Als ich dann die ersten beiden Song-Auszüge, „Where Is Love“ aus dem Musical „Oliver!“ und „On My Own“ aus „Les Misérables“ gesehen und gehört habe, war es sofort um mich geschehen! Die Auswahl der Schauspieler/-innen ist grandios, die Drehbücher schaffen den Drahtseilakt zwischen Komödie und Drama und bleiben trotzdem immer authentisch.

Wie lange dauert es, eine „Glee“-Folge ins Deutsche zu übersetzen und wie sieht der Ablauf bis zu einer fertig übersetzen Episode aus?

Ich sitze eine knappe Woche an einem Dialogbuch. Das Buch wandert dann zur Redaktion und wird gleichzeitig bei der ARENA SYNCHRON in einzelne „Takes“ unterteilt. Wir benötigen für die Synchronisation von einem Block aus vier Folgen cirka zwei Wochen. Dann hat der Cutter die Aufgabe, den letzten Schliff anzulegen, bevor die deutsche Fassung in der Tonmischung perfekt gemacht wird. Die Redaktion arbeitet dann alle Folgen nochmals durch, falls noch Änderungen oder Wünsche zu berücksichtigen sind.

Nach welchen Kriterien wurden die Synchronsprecher/innen ausgewählt? War das Ziel, stimmlich möglichst nah am Original zu bleiben, oder wurde eher versucht, der Serie einen eigenen, „deutschsprachigen“ Charakter zu verleihen?

Beides! In allererster Linie war es die Entscheidung der Redaktion, der ARENA SYNCHRON und von mir, uns stimmlich ganz nah an den Originalstimmen zu orientieren, um einen fließenden Übergang zu den Gesangsszenen zu gewährleisten. Das Stimmen-Casting von „Glee“ war daher eines der aufwändigsten, die ich in all den Jahren gemacht habe.

Bevorzugt wurde nach den Stimmen gesucht, die die einzelnen Schauspieler in anderen Serien oder Filmen bereits „fest“ gesprochen haben. Da wurden wir auch fündig. Aber teilweise haben wir dann auch noch andere Möglichkeiten ausgelotet, die wir der Redaktion zur letztendlichen Entscheidung vorführen konnten. Ansonsten ist es natürlich immer unser Anliegen, einer Serie etwas Unverkennbares zu geben. Ich finde, wir haben es geschafft! Ich habe selten eine solch bunte und harmonische Stimmenvielfalt gehört.

Die markante Stimme von Sue Sylvester konnte mit Kerstin Sanders-Dornseif, der deutschen Stimme von Glenn Close, prominent besetzt werden. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit?

Ich kenne Kerstin schon seit Jahren und schätze sie sehr. Bevor ich wusste, wer „Sue“ schon einmal synchronisiert hatte (und es waren einige!), war Kerstin meine erste spontane Idee. Insgesamt hatten wir aber vier Schauspielerinnen gecastet. Auch – oder gerade – bei „Sue“ wollten wir so nah wie möglich ans Original kommen. Kerstin hatte Jane Lynch in den letzten Jahren nicht durchgängig gesprochen; letztendlich aber kam sie dem Original in allen Belangen am nächsten. Und sie kann diesen direkten, trocken-sarkastischen Tonfall der „Sue“ so perfekt wiedergeben wie keine andere.

Sie kennen „Glee“ durch Ihre Arbeit besonders gut. Glauben Sie, dass die „deutsche Version“ auch jene Fans der Serie begeistern wird, die „Glee“ bereits aus den USA kennen?

Seitdem ich mitbekomme, dass gerade die „Musik-Formate“ immer besser beim Publikum ankommen, bin ich mir da ziemlich sicher! „DSDS“ und „Das Supertalent“ beweisen doch, dass Musik mit zum Wichtigsten im Entertainment-Bereich zählt. Und dann verbunden mit zu Herzen gehenden, lustigen, bewegenden und atemberaubenden Geschichten über einen Schulchor, erstklassigen schauspielerischen Leistungen, unglaublichen Gesangsstimmen und tollen Choreographien, ist doch für jedermann was dabei. Ich kann „Glee“ nur empfehlen!

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Autor des Artikels: Susanne Gröschke