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Musical Chicago in Berlin

Grandioses Jubiläum des Musicals Tanz der Vampire in Berlin

Am 4. Oktober 2012, genau fünfzehn Jahre nach seiner Uraufführung in Wien, feierte das Musical „Tanz der Vampire“ sein fünfzehnjähriges Jubiläum im Theater des Westens Berlin mit einer mitreißenden, unvergesslichen Vorstellung und einigen Überraschungen.

Zunächst begrüßten Johannes Mock-O’Hara, Geschäftsführer Stage Entertainment und der Intendant der Vereinigten Bühnen Wien, Christian Struppeck, das Publikum an diesem besonderen Abend. Sie verwiesen auf 15 Jahre ununterbrochene Spieldauer dieses wohl beliebtesten Musicals, das bisher weltweit 6,6 Millionen Zuschauer in elf Ländern gesehen haben.

Christian Struppeck dankte allen Darstellern, Musikern und Theatermitarbeitern in aller Welt, die zu dem großen Erfolg beigetragen haben, und besonders Roman Polanski, der gemeinsam mit Michael Kunze und Jim Steinman die Vampire am 4. Oktober 1997 in Wien zum Leben erweckt hatte.

Roman Polanski konnte selbst an diesem Abend anwesend sein, wurde aber von seiner Tochter Morgane vertreten, die als Ehrengast im Publikum saß und im Theater des Westens von zwei besonderen ehemaligen „von Krolocks“ mit allen Ehren empfangen wurde.

Tanz der Vampire Jubiläum
Die „Gast-Grafen“ Jan Ammann und Kevin Tarte begrüßten Roman Polanskis Tochter Morgane zum Jubiläum „Tanz der Vampire“ am 4. Oktober 2012 im Theater des Westens Berlin, ©Eventpress Radke/VBW

Polanski selbst wandte sich mit einer Videobotschaft an das Publikum im Saal: Zunächst auf englisch, gestand er: Wenn ihm vor fünfzehn Jahren jemand gesagt hätte, dass dieses Stück so viele Jahre auf der ganzen Welt gespielt werden und einen dermaßen großen Erfolg haben würde – er hätte es nicht geglaubt. Mit den Worten „Passen Sie auf – die Ewigkeit beginnt heute Nacht!“ schloss er unter dem Jubel des Publikums.

Dieser brandete erneut auf, als Johannes Mock-O’Hara die Verlängerung der Spielzeit bis zum 18. August 2013 nochmals offiziell bekannt gab und dem Publikum nun viel Spaß bei einer „besonderen Show mit einigen Veränderungen“ wünschte.

Christoph Bönecker hob den Taktstock, und das erwartungsvolle Publikum tauchte in die Dunkelheit ein. Es genoss die Vorstellung von der Ouvertüre über die ersten Auftritte des Ensembles mit „Knoblauch“ bis zu Amélie Doblers und Michael Hellers Liebesduett und Thomas Borcherts ersten atemberaubenden Auftritt bei „Gott ist tot“.

Bei „Wahrheit“ angekommen, lieferte Veit Schäfermeier zunächst einen seiner legendär liebenswert-schrulligen, dozierenden Auftritte ab, als sich plötzlich die Tür des Wirtshauses öffnete und Jens Janke im Professoren-Outfit erschien. Begeisterung im Publikum, gespielt irritierte Blicke von Veit Schäfermeier zum „Konkurrenz-Professor“, beide holten sich beim Showstopper mit in die Hüften gestemmten Fäusten und stolz geschwellter Brust den lauten Jubelapplaus des Publikums ab.

Weiter ging es im Song, jedoch nicht im Ablauf: Mit Gernot Kranner erschien „Abronsius“ Nummer drei (!) auf der Bühne, und alle „Professoren“ drängelten sich „für die Kultuuuur“ in den Mittelpunkt des Geschehens und versuchten sich mit ausgebreiteten Armen gegenseitig zu übertrumpfen, unterstützt von einem laut mitklatschenden Publikum.

Tanz der Vampire Jubiläum
„Professor Abronsius“ mal drei: (v.l.) Jens Janke (ehemals Stuttgart), Gernot Kranner (ehemals Wien) und Veit Schäfermeier (Erstbesetzung Berlin), Jubiläum „Tanz der Vampire“, 4. Oktober 2012, Theater des Westens Berlin, ©Stage Entertainment

Spätestens jetzt stiegen die Erwartungen des Publikums ins Unermessliche, aber es gelang Amélie Dobler und Michael Heller dennoch, die Aufmerksamkeit bei „Du bist wirklich sehr nett“ schnell wieder auf sich zu ziehen.

In dieser wie in vielen anderen Szenen war es wiederum ein Genuss, Michael Hellers gespielter Verwirrtheit, Schüchternheit und wie vom Blitz getroffener Verliebtheit, die ihm aus jeder Pore sprühte, zu erleben.

Nachdem Thomas Borchert als gegenwärtiger Schlossherr sein selbstverständliches Recht wahrgenommen hatte, „Sarah“ zum Ball einzuladen, träumten „Alfred“ und eine „falsche“ „Sarah“ von der Freiheit, die draußen ist. – Nicht Amélie Dobler, sondern Marjan Shaki war aus dem Wirtshaus gekommen, um das Bündel zu öffnen und sich die roten Stiefel anzuziehen. Michael Heller sang mit ihr ein ebenso harmonisches Duett und suchte selbstverständlich auch für die ehemalige Wiener „Sarah“ den Schwamm im Bad.

Tanz der Vampire Jubiläum
„Draußen ist Freiheit“ mit „Sarah“ Marjan Shaki (Wien) und „Alfred“ Michael Heller, Jubiläum „Tanz der Vampire“, 4. Oktober 2012, Theater des Westens Berlin, ©Stage Entertainment

Die Vorstellung nahm weiter ihren Lauf, bis „Professor Abronsius“ und sein „Assistent“ beim Schloss angekommen waren. Aus dem sich öffnenden Tor trat sehr wohl „Graf von Krolock“, aber nicht der erwartete, sondern Kevin Tarte, der das Finale des ersten Aktes übernahm und sofort lautstark vom Publikum gefeiert wurde. Nach mehrfachem Szenenapplaus vor allem für ihn, aber auch für Marc Liebisch als „Herbert“, schloss er schließlich unter ohrenbetäubendem Jubel des Publikums das schwere Tor.

„Totale Finsternis“ herrschte mitnichten auf der Bühne, als der zweite Akt begann. Die erwartungsvoll klopfenden Herzen des Publikums konnten sich zuerst an Jessica Kessler erfreuen, die nun als „Sarah“ ihre fantastischen Träume kund tat, während sich die Wendeltreppe eindrehte – auf der Jan Ammann stand und seine Augen nach unten auf eine wahrhaft göttlich singende „Sarah“ richtete. Die beiden gaben schauspielerisch wie gesanglich ein grandioses Paar ab, was vom Saal lautstark quittiert wurde.

Die Show schritt ihrem Höhepunkt entgegen, doch zunächst erfreuten Veit Schäfermeier und Michael Heller in diversen Szenen die Herzen der Zuschauer und strapazierten zudem selbstverständlich deren Lachmuskeln, so in der Gruft und in der Bibliothek. Michael Heller bespaßte das Publikum und vermutlich auch sich selbst samt „Abronsius“ mit Schaum aus „Sarahs“ Badewanne, den er kräftig von seinen beiden Händen auf den Boden der Bibliothek abschüttelte, wo er lange liegen blieb und die Szenerie aufhübschte. Und Marc Liebisch ließ wieder sein unnachahmlich beleidigtes „Püh!“ hören, für das er selbstverständlich Szenenapplaus erntete, und verließ mit Hochgeschwindigkeit und wiegenden Hüften die Bühne.

Nachdem sich ein fantastisches „Vampir“-Ensemble über die „langweilige Ewigkeit“ beklagt hatte, riss Thomas Borchert mit einer einmaligen „Unstillbaren Gier“ zu Schreien, Jubel und nicht enden wollendem Applaus hin. Borcherts gesangliche Leistungen sind sowieso über jeden Zweifel erhaben, jedoch übertraf er sich an diesem Abend noch selbst und sang eine „Gier“, die nicht von dieser Welt war, nicht zu beschreiben ist und jedem, der sie gehört hat, im Ohr und im Herzen bleiben wird.

Tanz der Vampire
Thomas Borchert, “Die unstillbare Gier”, ©Eventpress Radke/Stage Entertainment

Der Tanzsaal im Schloss war hergerichtet, der Hausherr begrüßte donnernd-rockig sein Volk und erwartete seine „Sarah“ zum Biss und zum Tanz. Allerdings erschienen gleich drei, und auch „von Krolock“ hatte sich offenbar geklont: Kevin Tarte und Jan Ammann waren ebenfalls auf der Bühne erschienen, und so „bissen“ synchron und mit voller Wucht Thomas Borchert Amélie Dobler, Kevin Tarte Marjan Shaki und Jan Ammann Jessica Kessler in den Hals und trugen sie anschließend triumphierend herum. Dann ein verschwörerischer Blick der drei „Grafen“, und sie schmissen geradezu ihre vom Biss schwächelnden „Sarahs“ mit Schmackes auf den Boden, zerrten sie wieder hoch und stellten sich nach sechsstimmigem Gesang gelassen zum Menuett auf. Der Saal tobte.

Tanz der Vampire
Thomas Borchert und Amélie Dobler, ©Eventpress Radke/Stage Entertainment

Nach den ersten Schritten wandten alle drei Paare nach hinten, und Michael Heller spielte während seiner Tanzerei angesichts der Dreifach-„Sarah“ den Verwirrten: „Sarah…??? – Sarah, ich bin’s.“ Thomas Borchert fuhr seinen „Sohn“, der ihn auf die Spiegelbilder aufmerksam machen wollte, genervt und ungehalten an: „Was issst denn!!!???“ Kurz darauf sorgte er für laute Lacher und einen Extra-Szenenapplaus für sein absichtlich laienhaftes und auf überdramatisch geschauspielertes „Oh neiiiiin!“, als „Alfred“ mit dem Leuchter auf ihn zustürzte.

Vor dem grandiosen Finale, bei dem der gesamte Saal bereits stand und mitklatschte, biss Amélie Dobler ihrem „Alfred“ so lange, ausgiebig und herzhaft in den Hals, dass das Blut in regelrechten Fontänen über die Bühne spritzte. Dann war der gesamte Theatersaal vor und auf der Bühne nur noch ein einziges Happening. Unter lauten Jubelschreien und Standing Ovations übernahmen die Vampire zuerst die Macht und dann den lauten, stampfenden Applaus entgegen.

Termine und Tickets für Tanz der Vampire in Berlin

Tanz der Vampire
Finale, ©drama-berlin.de/Stage Entertainment

Als sich die Lage zumindest etwas beruhigt hatte, wurde zunächst der Dirigent auf die Bühne gebeten, um den Applaus für das Orchester entgegenzunehmen, und im Anschluss alle Swings. Stellvertretend für das gesamte Kreativteam kamen nun Michael Reed, Steven Rinkoff und Cornelius Baltus hinzu. Steven Rinkoff hielt sein iPhone in die Luft unter dem Hinweis darauf, dass am anderen Ende Komponist Jim Steinman gerade live dem Schlussapplaus beiwohnt. Den noch lauter aufbrandenden Jubel kann er unmöglich überhört haben.

Bevor ein grandioser, denkwürdiger und eines solchen Jubiläums in jeder Hinsicht würdige Abend endete, wurden nun alle anwesenden ehemaligen „Vampir“-Darsteller auf die Bühne gebeten, die der Jubiläumsvorstellung beigewohnt hatten. Stellvertretend für die unüberschaubar große Zahl anwesender ehemaliger Castmitglieder seien hier genannt: Alexander Klaws, Fredrick Wickerts, Felix Martin, Alexander di Capri, Brigitte Oelke, Melanie Ortner, Peter Stassen, Eva Maria Bender, Sebastian Smulders, Florian Fetterle, Thomas Weissengruber, Michel Driesse …

Die Besetzung der Jubiläumsvorstellung 15 Jahre Tanz der Vampire
Donnerstag, 4. Oktober 2012, 19:00, Theater des Westens Berlin

Graf von Krolock: Thomas Borchert (Kevin Tarte, Jan Ammann)
Sarah: Amélie Dobler (Marjan Shaki, Jessica Kessler)
Professor Abronsius: Veit Schäfermeier (Jens Janke, Gernot Kranner)
Alfred: Michael Heller
Chagal: Jerzy Jeszke
Magda: Goele de Raedt
Herbert: Marc Liebisch
Koukol: Stefan Büdenbender
Rebecca: Barbara Raunegger

Tanzsolisten:
Pierre Damen, Paula Ferreira, Csaba Nagy

Gesangssolisten:
Christopher Busse, Florian Soyka

Tanzensemble:

Kym Boyson, Zoltán Fekete, Alan Kelly, Anna Lopousny, Sandra Milly, Helen Morris, Tibor Nagy

Gesangsensemble:

Elke Buyle, Franz Frickel, Joana Henrique, Judith Jandl, Dennis Jankowiak, Angelina Markiefka, Sven Tummeleer, Linda Veenhuizen

Orchester des Theaters des Westens
Dirigent: Christoph Bönecker

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Hinweis:

Da Pressefotos der Jubiläumsvorstellung nur teilweise vorlagen, wurden sie mit Pressefotos einzelner Szenen ergänzt.
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Autor des Artikels: Susanne Gröschke

2 Reaktionen zu “Grandioses Jubiläum des Musicals Tanz der Vampire in Berlin”

  1. Kalle

    Toller Bericht der die Show um d die grandiose Stimmung im Saal gut wiedergibt. Ich bin absolut gücklich das ich diesem Jubiläum dabei sein durfte. Es war wirklich eine phänomenale Vorstellung die es so nie wieder geben wird. Nicht nur Thomas Borchert, jeder von der Cast hat an diesem Abend 120 % gegeben. Danke dafür. dank auch an die vielen fleißigen helfer im Hintergrund, und das Orchester und Dirigenten. Danke auch an das tolle Publikum mit denn man die Show erleben und feiern durfte. Schön auch das zahlreiche Musikaldarsteller bunt verteilt im Pulikum saßen, mitten unter allen anderen. Alexander Klaws, sass mit Kollegen von Tarzan im Hochparket und sorgte auch dort für mächtig Stimmung. Einfach nochmal ein großer Dank an alle die dabei waren und für ein unvergessliches Musicalerlebnis gesorgt haben.

  2. kemi

    Ich durfte auch bei der Jubiläumsshow dabei sein, und obwohl ich einen ziemlich miesen Platz hatte erlebte ich in allen Szenen Stimmung hoch zehn im Saal. Ich wurde tatsächlich bei T.d.V. noch nie so mitgerissen, wie an diesem Abend. Die Show war einfach sensationell. Thomas Borchert war wieder einmal der Hammer, diese Stimme geht bis auf die Knochen und sorgt bei mir jedesmal für Gänsehaut pur. Und auch Jan Amman und Jessica Keßler waren super, habe beide in T.d.V. noch nie gesehen, echt toll. Und Kevin Tarte sah, wie ich es gewohnt war, wieder echt perfekt aus, in der schauspielerischen Darstellung von Krolock der Beste. Tja und die drei Professoren waren auch so genial und hatten die Lacher voll auf ihrer Seite. Ich werde diese Vorstellung so schnell nicht vergessen.

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