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Interview mit Michael Heller

Am Rande des Probenstarts für das Musical „Tanz der Vampire“ am 1. November 2011 im Berliner Theater des Westens hatten wir Gelegenheit zu einem Gespräch mit Michael Heller, Erstbesetzung für die Rolle des „Alfred“.

Michael, Du hast „Alfred“ bereits in den letzten Wochen der Stuttgarter Spielzeit übernommen. In der neuen Berliner Spielzeit bist Du nun von Anfang an Erstbesetzung dieser Rolle…

Ja, in Stuttgart habe ich ungefähr zwanzig Mal „Alfred“ gespielt. Aber nun bin ich hier in diesem wunderschönen Haus, ich bin immer noch sprachlos.

Michael Heller
Interview mit Michael Heller beim Probenstart „Tanz der Vampire“ Berlin am 1. November 2011, ©Silvie Firat

Du hast zwar schon Hauptrollen in einigen Musicals gespielt, doch „Alfred“ ist wohl eine Wunsch-Rolle für jeden jungen Musicaldarsteller – auch für Dich?

Ja, auf jeden Fall! Als ich 2006 begonnen habe, Musical zu studieren, da habe ich geglaubt, dass ich diese Rolle wahrscheinlich niemals bekommen werde. Und nun, 2011, bin ich hier und habe schon ein Ziel erreicht. Ein großer Traum hat sich erfüllt – „Alfred“ ist eine der Rollen, die ich unbedingt einmal spielen wollte. Ich bin sehr, sehr glücklich.

Welche Eindrücke bringst Du aus Stuttgart mit, und was erwartest Du vom Publikum in Berlin?

Stuttgart war für mich noch so etwas wie eine Testphase – ich wusste nicht so genau, was auf mich zukommt. Die ersten Shows waren daher natürlich unsagbar spannend. Aber ich habe schon dort schnell gemerkt, dass die Fangemeinde von „Tanz der Vampire“ komplett hinter dem Stück steht. Ich wurde nicht nur von meinen Kollegen, sondern auch von den Fans sehr herzlich willkommen geheißen und habe bisher nur positive Erfahrungen gemacht – sowohl auf der Bühne, als auch an der Stagedoor.

Ich habe auch eine hohe Erwartung an Berlin und bin gespannt, ob das noch getoppt wird, da ich ja hier als Erstbesetzung etwas mehr im Fokus stehe. Im Moment bin ich erst einmal froh, Teil dieser Cast zu sein und dass ich für die ersten Monate und dann wieder ab März diese Rolle spielen kann. Wie das Berliner Publikum auf mich, auf uns reagiert, wird man sehen. Ich bin gespannt, was mich erwartet.

Michael Heller
Michael Heller, ©Silvie Firat

Das Berliner Musicalpublikum ist Dir ja nicht ganz unbekannt. Im Frühjahr dieses Jahres standest Du schon einmal auf einer Berliner Bühne – im Admiralspalast als Erstbesetzung „Doody“ im Musical „Grease“.

Ja, daran habe ich sehr gute Erinnerungen – um nicht zu sagen: die drei Wochen in Berlin waren eines der Highlights der Tour. Doch jetzt habe ich noch viel mehr Zeit, das Publikum kennenzulernen.

Dieses Theater und seine Bühne werden Dir auch bald sehr vertraut sein. Was empfindest Du jetzt im Moment, wo Du praktisch gerade angekommen bist?

Auf der Bühne habe ich noch nicht gestanden, dort werden im Moment noch die Kulissen aufgebaut, und wir müssen auf Probebühnen ausweichen. Aber allein dieses beeindruckende Spiegelfoyer mit dem riesigen Kronleuchter, das ganze wunderbare Ambiente des Theaters, die vielen großen Persönlichkeiten, die schon auf dieser Bühne gespielt haben – bei diesen Gedanken bekomme ich schon eine leichte Gänsehaut. Und ich möchte dem unbedingt gerecht werden und immer eine gute Leistung bringen.

In den nächsten Tagen werden wir mit den Proben auf der Bühne beginnen. Der Blick vom Zuschauerraum auf die Bühne ist ja schon beeindruckend. Aber von der Bühne aus wird dann alles noch imposanter erscheinen, denke ich.

Für Dich fällt eine gewisse Vertrautheit mit einem Spielpartner weg: Gerade hattest Du Dich in Stuttgart „eingespielt“, nun bist Du mit einem neuen „Grafen von Krolock“ konfrontiert. Doch Du hast noch eine vertraute „Sarah“…

… und einen vertrauten „Professor“, der fast noch wichtiger ist, denn neunzig Prozent der Szenen spiele ich mit ihm.

Weshalb ist er Dir schon vertraut?

Mit Veit Schäfermeier habe ich in „Grease“ gespielt, er kam während der Tour zu uns und spielte „Teen Angel“ und „Vince Fontaine“. Wir hatten sofort, gleich am ersten Tag, eine besondere Verbindung – und das wird sich, glaube ich, auch jetzt auf der Bühne widerspiegeln. Wir sind absolut auf einer Wellenlänge, und ich glaube, davon werden wir und auch das Publikum profitieren. Ich freue mich schon sehr darauf, mit ihm zu spielen.

Michael Heller
Michael Heller, ©Silvie Firat

Was glaubst Du – wie lange wird es dauern, bis Du Dich auf Drew Sarich so eingestellt hast, dass Du ihn und seine Aktionen auf der Bühne genau kennst und im Zusammenspiel mit ihm eine gewisse Routine bekommst?

Ich hoffe, das wird sich nicht so schnell ergeben! Denn dadurch bleibt es spannend. Es ist das Interessanteste für einen Schauspieler auf der Bühne, wenn er einen neuen Spielpartner hat, der anders agiert – denn dann muss man selbst auch entsprechend neu reagieren. Die Herausforderung für einen Darsteller auf der Bühne ist, dass man sich immer wieder auf neue Spielpartner einstellen und versuchen muss – wie im richtigen Leben auch – mit neuen Situationen klarzukommen. Gerade bei so einer Produktion, in der wir sieben Mal pro Woche spielen, hoffe ich also, dass sich immer wieder ganz viele neue Impulse und Facetten ergeben. Mit der Zeit wird sich natürlich auch eine gewisse Vertrautheit einstellen, das ist ganz klar. Doch je mehr und je länger zwischen uns auf der Bühne Neues passiert, umso interessanter und spannender bleibt es für mich.

„Tanz der Vampire“ ist wohl das beliebteste Musical in Deutschland und hat die größte Fangemeinde. In den letzten Wochen konntest Du Dich in Stuttgart schon davon überzeugen, welche Aufmerksamkeit die einzelnen Darsteller bei den Fans genießen. Hast Du Dich schon etwas daran gewöhnt, oder überraschen Dich die vielen Reaktionen vor allem an der Stagedoor noch immer?

Da denke ich natürlich sofort erst einmal an die Dernière in Stuttgart. Das war der Wahnsinn, wie viele Leute dort gestanden haben und was die Fans alles organisiert hatten, um uns Danke zu sagen und uns zu verabschieden. Etwas Derartiges habe ich noch nie erlebt.

Ich bin eigentlich noch immer überrascht und es ist überwältigend, wenn so viele Menschen Interesse an meiner Person haben. Wenn man freundlich auf mich zukommt und alles in einem angenehmen Rahmen bleibt, bin ich der Letzte, der schlechtgelaunt wäre und bin auch immer gern bereit, Autogramme zu geben oder Fotos mit Fans zu machen.

Vielen Dank für das Gespräch. Ich wünsche Dir weiterhin so großen Erfolg, den Zugewinn vieler neuer Fans und eine immer spannende Zeit auf und jenseits der Bühne – nicht nur in Berlin.

Die Fragen stellte Susanne Gröschke.

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Autor des Artikels: Susanne Gröschke

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