Die Show „Musical Rocks!“, seit März 2012 auf Tournee durch zwanzig deutsche Städte, eröffnete am gestrigen Abend, 13. Februar 2012, seine Spielzeit im Admiralspalast Berlin, wo sie noch bis morgen, 15. April, zu sehen ist.

Vincent Bueno (vorn) und Sasha di Capri (hinten) mit Ensemble bei “Aquarius”/”Let the sunshine in” (Hair) bei Musical Rocks!“ 13. April 2012, Admiralspalast Berlin, ©musicalszene.de/Karsten Stockhecker
Unglücklicherweise standen auf genau dieser Bühne erst vor wenigen Wochen die ausnahmslos hervorragende Tour-Besetzung der ”Rocky Horror Show” und die Weltklasse-Tänzer von ”Ballet RevoluciĂłn”. In bester Erinnerung ist zudem die unvergessliche Tour-Besetzung von ”Grease” 2010/2011 und von ”Rock the Ballet” 2011, ebenfalls im Admiralspalast.
Wer „Musical Rocks!“ an solch erlebter Qualität misst, der wird enttäuscht. Wer nicht mehr als einen unterhaltsamen, rockigen Abend erwartet, wird zufrieden sein.
„Die besten Musicals! Die größten Hits!“ – so der Untertitel der Show – werden in „Musical Rocks!“ in teilweise extrem eigenwilliger Interpretation auf die Bühne gebracht. Vor allem die Liebhaber von „Tanz der Vampire“, zur Zeit bekanntlich im Theater des Westens zu erleben, müssen sich auf einiges gefasst machen.
Die „Totale Finsternis“ mit Rezitation der ersten Strophe als Gedicht (und dies leider auch nicht sonderlich gelungen) durch Nadine Schreier und den anschließenden Gesangspart mit Sasha di Capri, der nicht den Grafen, sondern den Werwolf gibt, lässt den Kenner zwischen Schockstarre und mühsam unterdrücktem Lachen schwanken. Da hilft auch keine „Atmosphäre“ durch Unmengen von Nebel mehr, der überhaupt den ganzen Abend über – ob nun zum Song passend oder nicht – unangenehm in die ersten Reihen quillt.

Sasha di Capri mit “Time Warp” (Rocky Horror Show), „Musical Rocks!“ 13. April 2012, Admiralspalast Berlin, ©musicalszene.de/Karsten Stockhecker
Mit einigen Highlights kann die Show dennoch aufwarten, vor allem zum Finale, in dem ein langer „We will rock you“-Block dafür sorgt, dass das Publikum auch ohne ausdrückliche Aufforderung aufsteht, mitklatscht und mitrockt. Auch „The Impossible Dream“, interpretiert von Mathias Edenborn, Sasha di Capri und Vincent Bueno, mit zusammen ausgesprochen harmonisch klingenden Stimmen, Gitarren und einer großen Portion Humor, gehört dazu.
Vor allem aber sei hier Vincent Bueno mit seinem „Circle of Life“ hervorgehoben. Der junge Sänger, der mit allem Recht 2008 die ORF-Sendung „Musical! Die Show“ gewann und danach in diversen Musical-Produktionen engagiert war, sorgte mit seiner Stimme, seiner Ausstrahlung, Bühnenpräsenz und der Interpretation des Songs, für den er sein Innerstes nach außen kehrte, für den einzigen Gänsehaut-Moment des Abends.
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