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Musical Chicago in Berlin

Rock the Ballet 2011/2012 – Grandioser Tour-Auftakt in Berlin

Am 25. Januar 2011 erlebte der Admiralspalast Berlin eine Sternstunde: Rasta Thomas und die Bad Boys of Dance zelebrierten die erste von insgesamt sechs Shows in Berlin, bevor die Tour nach München, Zürich, Düsseldorf und viele weitere Städte quer durch Deutschland, die Schweiz, nach England und Frankreich weiterzieht. Im Januar 2012 ist „Rock the Ballet“ dann nochmals in Hamburg und in Genf zu erleben.

Rock the Ballet – Tickets hier

Rasta Thomas Rock the Ballet
„Rock the Ballet“ am 25. Januar 2011 im Admiralspalast Berlin
©Frank Straub
vorn: Adrienne Canterna-Thomas, re.: Rasta Thomas, li. von vorn nach hinten: Franco Nieto, Robbie Nicholson, Albert Cattafi

Mussten die wahrhaft fulminanten Tänzer am Anfang das Publikum noch auftauen und zu Reaktionen auffordern, lag es ihnen beim Schussapplaus zu Füßen und feierte sie vor und nach ihrer Zugabe mit Standing Ovations und Begeisterungsschreien.

Wieder einmal bewahrheitete sich, dass das direkte Erleben dieser jungen, grandiosen Compagnie und ihrer spektakulären Show unvergleichlich ist – selbst wenn man zuvor sämtliche Fernsehausstrahlungen im Dezember und Januar auf 3sat und dem ZDFtheaterkanal verfolgt haben sollte.

Der Bildschirm ist nicht mit dem Erleben im Zuschauerraum vergleichbar. Keine Kamera kann die Energie dieser Tänzer transportieren, die meterweit wegschleudernden Schweißperlen einfangen, das Stöhnen und Ächzen des Triumphes, der Leidenschaft und der Selbstmotivation übertragen. Im Publikum sieht, hört und fühlt man die Energie, das Adrenalin, die Anstrengungen und die Leidenschaft dieser Künstler fast hautnah mit.

Rasta Thomas Rock the Ballet
Rasta Thomas and The Bad Boys of Dance 2011 im Admiralspalast Berlin, ©Frank Straub

„Rock the Ballet ist das Ballett des 21. Jahrhunderts, und wir nennen es Pop-Ballett“, so Rasta Thomas. Viel zu tief gestapelt. Es ist Ballett, Jazzdance, Modern Dance, Akrobatik auf höchstem Niveau, vielmehr die Verschmelzung von Klassik mit der Moderne, zu Klängen von Queen, Michael Jackson, Prince, U2, Coldplay und anderen – ausdrucksstark, atemberaubend rasant und bei aller Explosivität dennoch exakt in den Bewegungen und bis in die Finger- und Fußspitzen. Der Ausdruck „Pop-Ballett“ wird dieser Leistung kaum gerecht.

Einige Highlights der Show seien herausgehoben.

Für die „Habanera“ aus Bizets Oper „Carmen“ haben sich die sechs Tänzer spezielle Partnerinnen ausgesucht: Zur Stimme von Maria Callas tanzen sie mit aufblasbaren Puppen, umtanzen, heben, umgarnen, küssen sie und schauen sie ein ums andere Mal verliebt an – allein der Anblick löste immer wieder Heiterkeit und Lacher im Saal aus.

Rasta Thomas Rock the Ballet
„Habanera“ mit Robbie Nicholson, Rasta Thomas, Brandt Martinez und Chris McCarthy (v.l.), ©Frank Straub

Dann aber passierte noch ein Missgeschick: Die „Partnerin“ von Chris McCarthy wurde plötzlich verdächtig schlank – und das schon gleich zu Beginn der Nummer. Ihm standen noch einige Minuten des gemeinsamen Tanzes bevor, die er zunächst meisterte, als wäre nichts gewesen. Nach einiger Zeit jedoch war die Luft raus, und McCarthy rettete die Situation gekonnt und mit Humor.

Während seine Kollegen eisern ihre Choreographie durchzogen, schleppte er den schlaffen Rest nach vorn an den Bühnenrand und versuchte, die Dame mit Mund-zu-Mund-Beatmung und Herzdruckmassage wieder auf die Beine zu bekommen, was natürlich nicht gelang. Von den Zuschauern, die die Show kannten und wussten, dass das keineswegs so geplant war, bekam er für diese spontane Einlage einen Extra-Applaus.

Rasta Thomas Rock the Ballet
Chris Mc Carthys „Tanzpartnerin“ macht schlapp, ©Frank Straub
v.l.: Chris McCarthy, Robbie Nicholson, Rasta Thomas, Franco Nieto, Brandt Martinez

„Ne me quitte pas“ von Jaques Brel interpretierten die jungen Tänzer mit einer Ausdruckskraft von Traurigkeit, Einsamkeit, Unglück und Qual, die wohl jedes Herz im Saal erreichte. Es war so still, dass man eine Stecknadel zu Boden fallen hätte hören können.

Rasta Thomas Rock the Ballet
v.l.: Robbie Nicholson und Albert Cattafi, ©Frank Straub

Eine der beeindruckendsten Tanznummern eröffnet den zweiten Teil der Show. Zu einer Komposition von Clint Mansell bewegen sich die Tänzer als schwarze Silhouetten vor einer blauen Leinwand, auf der grafische Formen wechseln.

Die Zuschauer haben den Eindruck, die Schatten spielen mit den Quadraten, Kreisen und Linien, präzise wie ein Uhrwerk, wobei die Tänzer ihre Körper gekonnt langsam so verrenken, dass man jeden Augenblick um ihre Knochen und Sehnen fürchtet. Innerhalb weniger Minuten brandet mehrfach Szenenapplaus auf, unter anderem für Robbie Nicholson, der fast geräuschlos eine nicht enden wollende Pirouette in extremer Geschwindigkeit dreht.

Rasta Thomas Rock the Ballet
„Rock the Ballet“ begeisterte Berlin, ©Frank Straub

„Another one bites the dust“ besticht durch eine ebenso geniale Projektion von wummernden Boxen wie durch eine perfekte und nicht mehr zu toppende Choreographie.

Überhaupt bleibt dem „We-will-rock-you“-erprobten Musical-Fan gerade bei den Choreographien zur Musik von Queen („We will rock you“, „Bicycle Race“, „Another one bites the dust“) und dem Highlight „Bohemian Rhapsody“, das spontane Standing Ovations erhielt, der Mund offen stehen. „Ja! So muss „Queen“-Musik choreographiert sein!“, denkt man bei sich. Und hat so etwas auf einer deutschen Bühne bis dahin nicht annähernd gesehen.

Rasta Thomas Rock the Ballet
Die außergewöhnlichen Choreographien stammen von Adrienne Canterna-Thomas, ©Frank Straub

Nach „Bad“ von Michael Jackson feiert der Saal die Tänzer mit stehenden Ovationen. Die Zugabe „I’m too sexy“ (Yes!!! You are!!!) zelebrieren die Jungs mit vollem Bewusstsein, das Blut vor allem der weiblichen Zuschauer nun endgültig überkochen zu lassen.

Folgerichtig kommentierte ein junger Mann die Show gegenüber seiner erhitzten Begleiterin leicht gereizt: „Na ja. Es fielen ja keine Tore. Aber die Musik war gut.“ Oh, es fielen Tore! – ein Volltreffer nach dem anderen! Sie auf einer Bühne statt auf dem Fußballfeld zu sehen, braucht Offenheit und Sinn für Kunst und Ästhetik, einen Blick für künstlerischen Ausdruck in der Bewegung von Körpern plus Begeisterung für Tanz.

Rock the Ballet – Vorstellung am 25. Januar 2011 in Berlin:

Rasta Thomas Rock the Ballet
Begeisterung pur – wie im Saal, so auf der Bühne. ©Frank Straub

Tänzer:

Rasta Thomas
Adrienne Canterna-Thomas
Robbie Nicholson
Chris McCarthy
Albert Cattafi
Franco Nieto
Brandt Martinez

Rasta Thomas Rock the Ballet
Adrienne Canterna-Thomas, Tänzerin und Choreographin, ©Frank Straub

Kreativteam:

Künstlerischer Direktor/Regie: Rasta Thomas
Choreographie und Co-Regie: Adrienne Canterna-Thomas
Video-/Projection Design: William Cusick
Co-Designer Projektionen: John Weiss
Ballet Master: Philip Carman
Bad Boys Dance Captain/Probenleitung: Robbie Nicholson
Lightning Design/Production Stage Manager: Lutin Tanner
Lightning Supervisor/Production Stage Manager: Tony Marques
Lightning Desing: Ashley Day
Animationen: Collin Holmes
Illustrationen TaraFawn Marek
Kostüme: Sally Canterna

Rasta Thomas Rock the Ballet
„Rock the Ballet“ am 25. Januar 2011 im Admiralspalast Berlin, ©Frank Straub

Songlist:

Teil 1: Beautiful day

I gotta feelin’ – Black Eyed Peas
Vertigo – U2
“Habanera” aus Carmen – Maria Callas (Choreographie: Rasta Thomas)
American woman – Lenny Kravitz
Crash into me – Dave Mathews Band
Viva la vida – Coldplay
Faithfully – Journey
With or without you – U2
Ne me quitte pas – Jacques Brel
Beautiful day – U2

Teil 2: Rock you

Improv Intro – Clint Mansell
We will rock you – Queen
Let’s go crazy – Prince
In the closet – Michael Jackson
P.Y.T. – Michael Jackson
Bicycle race – Queen
Baby I’m a star – Prince
Wanna be startin’ somethin’ – Michael Jackson
Man in the mirror – Michael Jackson
When doves cry – Prince
It’s about that walk – Prince
Another one bites the dust – Queen
Billy Jean – Michael Jackson
Smooth criminal – Michael Jackson
Body language – Queen
The way you make me feel – Michael Jackson
Bohemian Rhapsody – Queen
Bad – Michael Jackson
Zugabe: I’m too sexy – Right Said Fred

Rasta Thomas Rock the Ballet
v.l.: Adrienne Canterna-Thomas, Albert Cattafi, Rasta Thomas, Franco Nieto, ©Frank Straub

Tour-Termine 2011/2012: (Stand: 27. Januar 2011)

Berlin, Admiralspalast: 25. bis 30. Januar 2011
Zürich, Maag Music Hall: 1. bis 20. Februar 2011
Düsseldorf, Capitol Theater: 23. Februar bis 06. März 2011
Stuttgart, Liederhalle: 8. März 2011
Ulm, Congress Centrum: 9. März 2011
Mannheim, Rosengarten: 10. März 2011
Saarbrücken, Saarlandhalle: 11. März 2011
Würzburg, Congress Centrum: 12. März 2011
Bochum, RuhrCongress: 13. März 2011
Braunschweig, Stadthalle: 15. März 2011
Baden-Baden, Festspielhaus: 16. März 2011
Bremen, Musical Theater: 18. bis 20. März 2011
Lübeck, Musik- und Kongresshalle: 22. März 2011
Dresden, Kulturpalast: 23. März 2011
Chemnitz, Stadthalle: 24. März 2011
Erfurt, Messe: 25. März 2011
Halle/Saale, G.-F.-Händel-Halle: 26. März 2011
Heilbronn, Harmonie: 27. März 2011
Münster, Halle Münsterland: 29. März 2011
Freiburg, Konzerthaus: 30. März 2011
Wien, Museumsquartier Halle E: 1. bis 10. April 2011
Schwäbisch Gmünd, CCS Stadtgarten: 12. April 2011
Bielefeld, Stadthalle: 13. April 2011
Basel, Musical Theater: 3. bis 8. Mai 2011
Edinburgh/ Fringe Festival: August 2011
Frankreich-Tour: 13. November 2011 bis 2. Januar 2012
Hamburg: 3. bis 21. Januar 2012
Genf: 12. bis 18. Januar 2012

Weitere Fotos der Show vom 25. Januar 2011 im Admiralspalast Berlin
auf unserer Partnerseite www.buehnenfotos.de

Zu den Tänzern:

Rasta Thomas

Der Tänzer mit hervorragender klassischer und zeitgenössischer Ausbildung, Kampfkünstler, Turner und Regisseur wurde 1981 in San Francisco geboren. Seine Tanzausbildung absolvierte er an der Kirov Akademie in Washington D.C. In seiner Jugend gewann er außerordentlich viele Ballett-Wettbewerbe. 1995 wurde er Mitglied der Company „Le Jeune Ballet de Frace“ und wechselte 1997 als Erster Solist zum „Hartford Ballet“. Er tanzte in herausragenden Ensembles, so zum Beispiel im „Victor Ullate Ballet of Spain“, dem „National Ballet of China“ und als erster amerikanischer Staatsbürger wurde er Mitglied des weltberühmten russischen Kirov Balletts in St. Petersburg.

Zu seinen zahlreichen Rollen gehören „Albrecht“ in „Giselle“, „Basilio“ in „Don Quixote“ und vielen weiteren. Er wirkte zudem in verschiedenen Fernseh-Dokumentationen mit, die im Rahmen der „Oscar“-Verleihungen stattfanden und trat im Film „One last dance“ mit Patrick Swayze auf. Vor dem Präsidenten der Vereinigten Staaten tanzte Rasta Thomas im Weißen Haus, mit Aretha Franklin in Harlems berühmten „Apollo Theater“, und 2005 spielte er die Hauptrolle „Eddie“ in Twyla Tharps und Billy Joels erfolgreichem Musical „Movin’ out“ am Broadway und anschließend auch während der nationalen und der Japan-Tournee 2006/2007. Als Gaststar übernahm er die Titelrolle in „Othello“ beim „American Ballet Theatre“ während des Gastspiels an der Metropolitan Opera New York.

Rasta Thomas ist Gründer und Künstlerischer Leiter der „Bad Boys of Dance“. 2008 kreierte er zusammen mit seiner Ehefrau Adrienne Canterna die Show „Rock the Ballet“.

Adrienne Canterna-Thomas

absolvierte die Kirov Academy in Washington D.C. Sie gewann zahlreiche Preise bei nationalen und internationalen Wettbewerben und trat als Tänzerin in den USA, Europa, Australien und in Asien auf. Als Erste Solistin und Gaststar tanzte sie in „La Bayadère“ als „Gamzatti“, im „Nussknacker“ als „Zuckerfee“ und in „Don Quixote“ als „Kitri“. Häufig war sie Gaststar in Galas und arbeitet weltweit als Tänzerin, Tanzpädagogin, Choreographin und Jury-Mitglied. Im Film „Step up“ wirkte sie als Solistin mit.

Adrienne Canterna-Thomas ist die Choreographin der Show „Rock the Ballet“ von Rasta Thomas, außerdem Gründerin und Künstlerische Leiterin der „Pretty Girls of Dance“.

Robbie Nicholson

stammt aus Virginia. Als Tänzer war er auf den Bühnen am Broadway zu Hause und gehörte dort unter anderem zum Ensemble von „The Music Man“. Er trat bei der Verleihung der „Tony Awards“ auf und war Gast in vielen weiteren Fernsehshows. Er gewann in der Talentshow „American Dance Idol“ und wirkte bei „Star Search“ mit. Für seine Choreographien erhielt er zahlreiche hohe Auszeichnungen.

Robbie Nicholson ist Mitbegründer der „Bad Boys of Dance“ und übernahm 2008 eine Solistenrolle in „Rock the Ballet“. Seither hat er in über 200 Vorstellungen der Show in aller Welt getanzt.

Chris McCarthy

wurde in San Francisco geboren und wuchs in Miami auf. Mit 17 Jahren begann er zu tanzen und arbeitete seither als Tänzer und Entertainer. Er war Solotänzer bei der Tournee-Version der berühmten Las-Vegas-Show „Judy Garland & Liza Minelli Together again“. Auf den Bahamas wirkte er im Neujahrskonzert 2008/2009 mit, in dem auch Prince und Madonna auftraten.

Chris McCarthy arbeitet auch als Choreograph bei nationalen Tanzwettbewerben.

Franco Nieto

kommt aus Vancouver. An der „Vancouver School of Arts and Academics“ erhielt er seinen ersten Unterricht und setzte seine Studien bei „Columbia Dance“ und später in Portland fort. Sein Studium schloss er mit dem Bachelor of Fine Arts in Jazz im Jahr 2009 ab und tanzte seither in zahlreichen Compagnies.

Albert Cattafi

trainierte an diversen Schulen und tanzte als Solist in New York, London und in den Niederlanden. Außerdem assistierte er einigen bekannten Choreographen. In berühmten Broadway-Shows war er choreographischer Assistent: bei „Billy Elliot“, „Spider-Man“ und in der niederländischen „Tarzan“–Produktion.

Albert Cattafi wurde zum „Mr. Dance of America“ gekürt und ist Gründungsmitglied der Show „Rock the Ballet“.

Brandt Martinez

kommt aus Arizona und begann mit dem Tanztraining an der „Spisak Dance Academy“ sowie an der „Tempe Dance Academy“. Als Solist der „International Dance Alliance“ sowie trat er in fünf europäischen Staaten auf und wirkte in diversen weiteren Shows mit.

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Autor des Artikels: Susanne Gröschke