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Musical Chicago in Berlin

The Producers Berlin – Szenenpräsentation

„Das kann lustig werden“, schrieb das Berliner Stadtmagazin TIP über „The Producers“. Angesichts der Außengestaltung des Berliner Admiralspalastes kommen daran zunächst Zweifel und ungute Gefühle auf: Zu beiden Seiten des Eingangs, auf den Wimpel führen, sind über drei Stockwerke Bahnen gespannt, deren Farbgebung rot-weiß-schwarz sofort an düstere Zeiten erinnern – im weißen Kreis in der Mitte prangt allerdings eine schwarze Brezel. Und so bleiben dann auch irritierte Passanten stehen, und Touristen zücken ihre Kameras.

„Frühling für Hitler“ lautet der Untertitel des neuen Berliner Musicals und provoziert – ebenso wie der Fahnen- und Wimpelschmuck – Diskussionen. Der Gedanke, es handele sich hier um ein Hitler-Musical, liegt für Nichteingeweihte nahe, ist allerdings eine Fehlinterpretation.

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Max Bialystock (Cornelius Obonya) und Leo Bloom (Andreas Bieber) Foto: Frank Straub

In Wirklichkeit geht es um zwei jüdische Gauner, die den größtmöglichen Broadway-Flop produzieren wollen, um mit dem restlichen Geld betuchter Investorinnen nach Rio abhauen zu können. Für das beabsichtigte Flop-Stück eignen sich ihrer Meinung nach der NS-Diktator samt seinen Schergen und deutschtümelnden Gefolgschaften am besten, die in der schauderhaft schwülstigen Show „Frühling für Hitler“ vorgeführt werden.

Fünf Szenen waren vorab zu sehen:

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Leo Bloom (Andreas Bieber) träumt vom Broadway, Foto: Frank Straub

In der ersten träumt der Buchhalter Leo Bloom (Andreas Bieber) an seinem täglich immer gleich tristen Arbeitsplatz bei Whitehall & Marks davon, statt im farblosen Anzug zwischen Aktenschränken vor seinem Tischrechner sitzend lieber Produzent einer großen Show zu sein: „Ich wär’ so gern ein Producer“. Im Geiste sieht er sich in der Show mit allem Pipapo: Showtreppe, seinem Namen in großen Glitzerlettern im Hintergrund, sich selbst mit Zylinder und Stock in der Mitte, flankiert von leicht bekleideten Showgirls.

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Leo Blooms Idee begeistert Bialystock, Foto: Frank Straub

Es folgt eine Szene, in der er im Büro von Max Bialystock (Cornelius Obonya), einem windigen Produzenten, eigentlich eher zufällig an einem Gedanken herumspinnt, ein paar ältere Damen als Investoren zu gewinnen, eine miese Show zu produzieren und dann mit dem restlichen Geld zu verschwinden – alles sei „eine Frage der kreativen Abrechnung.“ Bialystock ist begeistert.

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Ulla (Bettina Mönch) zeigt, was sie hat …, Foto: Frank Straub

Im Büro taucht nun eine überdrehte Showsängerin auf – sehr groß, sehr blond, sehr tief dekolletiert, sehr schwedisch. In der irrigen Annahme, hier fände ein Casting statt, trällert sie zum Beweis ihrer Sanges- und Performancekünste „Wenn Du’s druff hast“ („zeig’ es“…). Ihren unaussprechlichen schwedischen Namen taufen Bialystock und Bloom in ein sehr deutsch klingendes „Ulla“ um.

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… und glaubt zu können. Foto: Frank Straub

In „Und dann kam Bially“ feiert sich Max Bialystock selbst bzw. seine Künste, ältere Damen zu umgarnen, um ihnen das Geld für die geplante Showproduktion aus der Tasche zu ziehen.

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Bialystock (Cornelius Obonya), der Herzensbrecher, Foto: Frank Straub

Schließlich der krönende Abschluss: Eine Szene aus dem fertigen „schlechtesten Stück aller Zeiten“: „Frühling für Hitler“. Kitsch as Kitsch can: Es taucht in größtmöglichem Schwulst mit festgetackertem, schmierigem Grinsen alles auf, was man meint, sich unter „deutsch“ vorstellen zu sollen: Tanzende Mädels mit blumenbekränzten blonden Zöpfen, fesche Jungs in Lederhosen, im Hintergrund Neuschwanstein, anschließend eine Showtreppe, die Revuegirls herunterkommen, kaum bekleidet, dafür aber mit übergroßen „deutschen“ Attributen auf dem Kopf: Bierhumpen, Brezel, Wurscht, gar ein schwarzer Adler, steppende „Nazis“.

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Szene aus „Frühling für Hitler“, Foto: Frank Straub

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Der Bierkrug ist nur der Anfang, Foto: Frank Straub

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Adler und Wurst noch nicht der Höhepunkt, Foto: Frank Straub

Und dann – „Jetzt kommt er, jetzt kommt er!“ – taucht der „Star“ der Show selbst auf: Oberhalb der großen Treppe kommt er aus dem Boden geruckelt, dreht sich zum Publikum und versucht sich an Posen – eine lächerlicher als die andere.

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Adolf Elisabeth H. im Spot(t), Foto: Frank Straub

Fazit nach fünf Szenen: In der Tat, das kann lustig werden.

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Admiralspalast Berlin, Foto: Frank Straub

Die „schrägste, schrillste und erfolgreichste Broadwayshow“ The Producers – vom 17. Mai bis 19. Juli 2009 im Admiralspalast Berlin. Termine und Tickets hier

Weitere Informationen zu Besetzung, Kreativteam und Inhalt

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Autor des Artikels: Susanne Gröschke